gedichte des monats, 2013
Januar: Oskar und das Projekt – Teil 1
Februar: Ritterfindung
März: Meine Familie
April: La Le Lu – Maxi Edition
Mai: Forty
Juni: Mother's Day Limericks
Juli: Schädelweh
August: iLimericks
September: Die Erfindung des Neo-Plastizismus
Oktober: Cowley Roads
November: Limericks from Bath and Bristol
Dezember: Circus from the Ashes

Oskar und das Projekt – Teil 1 (Januar 2013)
Ihr wisst es längst, ich bin ein Hund
und geh den Sachen auf den Grund.
Doch neuerdings, da geh ich auch
zur Arbeit, weil ich Kohle brauch.

Mein Arbeitgeber, Lieferant,
ist bei den meisten nicht bekannt.
Baut Teile und er liefert sie
der Hundehüttenindustrie.

Seit kurzem gibt es ein Projekt,
nach dem man sich die Pfoten leckt,
für einen Hüttenproduzent,
den jedes Hundebaby kennt.

Wir liefern Luxusinterieur
und ich als Hundeingenieur
bin ganz nah dran an dem Projekt.
Die Ziele sind recht hoch gesteckt.

Die Leitung hat der Fabrikant
der größten Dogge zuerkannt,
die dieser Hüttenmacher hat.
Man munkelt: die macht alle platt.

Das erste Treffen fand schon statt
und leider lief nicht alles glatt.
Als ich der Dogge widersprach,
da legte sie verbal gleich nach.

„Hier wird nicht lange diskutiert,
sie werden liefern, garantiert,
und zwar genau, wie ich es sag,
am heute festgelegten Tag.”

Nun bin ich zwar ein schlauer Hund
und halt seitdem auch meist den Mund,
doch irgendwann, sag ich voraus,
rutscht mir mal wieder etwas raus.

Wenn das passiert und ich verlier
dann meinen Job, schreib ich es hier.
Denn wie ihr wisst, als Dichterhund
geh ich den Dingen auf den Grund.
Ritterfindung (Februar 2013)
Der Ritter hatte nix zu tun,
er hatte keinen Feind.
Da fragte er sich selbst: „Was nun?
Ich muss wohl wie mir scheint
was andres machen so als Job,
ich werd' nicht mehr verehrt.
Dazu sieht es so aus als ob
ich Lanze, Schild und Schwert
jetzt nicht mehr bräuchte, welche Pein,
das Zeug ist doch noch gut.
Und doch soll's altes Eisen sein
(so frei von Rost und Blut)?”

Darob schob unser Ritter Frust
und zog sich sehr zurück.
Zu wenig hatte er mehr Lust.
Nun suchte er sein Glück
in Müßiggang und Süßigkeit,
von beidem etwas viel.
Bald spürte er, es wäre Zeit
für ein ganz neues Ziel.
Er sprach: „Mein Bauch ist viel zu dick.
Der muss schnellstmöglich fort.”
Und fast im gleichen Augenblick
erfand er Ritter Sport.
Meine Familie (März 2013)
Mei' Vatta, der heißt Arafat
und weil er selbst an' Vatta hat
läuft bei mei'm Vatta alles glatt,
mei' Vatta der heißt Arafat.

Mei' Mutter schmiert a Butterbrot,
bei ihr herrscht niemals Futternot
(die manchmal in Calcutta droht),
mei' Mutter schmiert a Butterbrot.

Mei' Bruder rudert nur zurück,
zu mir sagt er dazu zum Glück:
„Du Bruder, ruder Du a' Stück!”
Mei' Bruder rudert nur zurück.

Mei' Schwesterherz im besten Nerz,
wo fährt's da hin? In' Westen fährt's.
Grad gestern hört's an schlechten Scherz
im besten Nerz, mei' Schwesterherz.

Mei' Onkel, der heißt Benedikt
und weil es ihn im Rücken zwickt
und's Oberstübchen nicht mehr klickt,
tritt er zurück, der Benedikt.

Mei' Tante heißt Annett' Schavan
bei ihr ist's grad komplett verfahrn,
beruflich hat sie net den Plan,
auch sie hört auf, Annett' Schavan.

Als grad mei' Vatta g'lesen hat
auf meinem Blatt vom Arafat
hat er gesagt: „Ich hab es satt,
dei' Gschmarri, ich heiß Dürrenmatt.”
La Le Lu – Maxi Edition (April 2013)
Original von Heino Gaze + zwei neue Strophen (italic)
La Le Lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babys schlafen,
d'rum schlaf' auch du.

La Le Lu,
vor dem Bettchen steh'n zwei Schuh',
und die sind genauso müde,
geh'n jetzt zur Ruh'.

Dann kommt auch der Sandmann,
leis' tritt er ins Haus,
sucht aus seinen Träumen
dir den schönsten aus.

La Le Lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babys schlafen,
d'rum schlaf' auch du.

Sind alle die Sterne
am Himmel erwacht,
dann sing' ich so gerne
dir ein Lied zur Nacht.

La Le Lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babys schlafen,
d'rum schlaf' auch du.

Und in deinem Bettchen
liegst du nicht allein,
denn neben dir schlummert
deine Mutter ein.


La Le Lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babys schlafen,
d'rum schlaf' auch du.

Einige Zeit später
wacht sie wieder auf.
Das Körnchen vom Sandmann
nimmt sie gern in Kauf.


La Le Lu,
nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Babys schlafen,
d'rum schlaf' auch du.

La Le Lu,
vor dem Bettchen steh'n zwei Schuh',
und die sind genauso müde,
geh'n jetzt zur Ruh'.
Forty (Mai 2013)
„How many?” asked he.
„It's forty for tea.”
„And when shall that be?”
„At four forty three.”
„Are we sure that we
will have enough tea?”
„Well, tea bags are scarce,
but water is free!”
Mother's Day Limericks (Juni 2013)
Thanks to Sheila Regan for her motivational and editorial support
Limerick #1
My mother, she never gets flowers.
The father she's married is ours.
He's such an old slouch,
spends his day on the couch.
Oh, I so wish he had superpowers.

Limerick #2
I went into town with my mother
and met a great girl like no other.
But mother said: “No,
I'm not letting you go!”
Now I'm still living with my old mother.
Schädelweh (Juli 2013)
Deutsche Übersetzung

Hangover (Original von Taio Cruz featuring Flo Rida)

Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich hab gesoffen, mein Hirn schmerzt sehr.
Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich glaub mein Glas ist leer,
gib mir noch mehr.

I got a hangover, wo-oh!
I been drinking too much for sure.
I got a hangover, wo-oh!
I got an empty cup,
pour me some more.

Und ich mach weiter bis ich schwebe, eh,
ich sauf bis ich mich übergebe, eh,
ich bleib so drauf so lang ich lebe, eh,
ich mach genauso weiter, mach, mach so weiter, weiter...

So I can go until I blow up, eh,
and I can drink until I throw up, eh
and I don't ever ever want to grow up, eh,
I want to keep it going, keep keep it going, going, going, going...

Ich war ein klein wenig blau, erst gestern Nacht,
ich war ein klein wenig hacke, yeah, yeah,
ich war so voll wie 'ne Sau erst gestern Nacht,
ich hau so gern auf die Kacke, yeah, yeah.

I got a little bit trashed last night, night,
I got a little bit wasted, yeah, yeah,
I got a little bit mashed last night, night,
I got a little shit faceted, yeah, yeah.

Oh, oh, oh, oh, oh ...

Oh, oh, oh, oh, oh ...

Ich bin heut drauf,
wenn Du's nicht checkst,
dann checkst Du's jetzt.

I'm gonna roll,
if you don't know,
well now you know.

Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich hab gesoffen, mein Hirn schmerzt sehr.
Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich glaub mein Glas ist leer,
gib mir noch mehr.

I got a hangover, wo-oh!
I been drinking too much for sure.
I got a hangover, wo-oh!
I got an empty cup,
pour me some more.

Und ich mach weiter bis ich schwebe, eh,
ich sauf bis ich mich übergebe, eh,
ich bleib so drauf so lang ich lebe, eh,
ich mach genauso weiter, mach, mach so weiter, weiter...

So I can go until I blow up, eh,
and I can drink until I throw up, eh,
and I don't ever ever want to grow up, eh,
I want to keep it going, keep keep it going, come on!

[Rap Verse]
Trink aus, keine Party is 'ne Party,
wenn du nicht auch durchmachst,
und dann unterm Tisch mit Filmriss wieder aufwachst.
Ein Bulle fragt: 'Mann verdammt, was geht ab hier?'
Wankend, schwankend sagst du: 'Das ist mein Bier!'

[Flo Rida - Rap Verse]
Drink up, cause a party ain't a party
'til you ride on through it,
end up on the floor, you can't remember, you clueless.
Officer like: 'What the hell is you doing?'
Stumbling, fumbling, you wanna what? Come again!

Gib mir Schnaps, gib mir Gin, gib mir Fusel, gib mir Krimsekt,
prickelt echt extrem.
Und was passiert danach? Wenn es dich antörnt sag es wem.   
So wie mein Kumpel Taio, schluckt doch noch was von dem.
Und noch mehr und von dem und von dem.

Gimme Henn, gimme gin, gimme liquor, give me champagne,
bubbles 'til I'm bent.
What happens after that? If you're inspired, tell a friend.
Like oh my homie Taio, we can all sip again,
get it in and again and again.

Lass etwas hier!
Voll dicht: Na und? Wen kümmert das!
Ein Bierfass auf ex, wer hat noch was?
Ich hab heut Schädelweh, das wird mich saniern,
ich will nicht prahln und nicht groß hier schwadroniern,
ein bisschen Schnaps verträgt der Bursche hier.
Ich erschein, doch ich muss niemals spein,
also schenk noch was ein, voll ein.
[Rap Verse Ende]

Leave evidence!
Wasted: So what? Irrelevant!
Beer keg to the head, who's selling it?
I got a hangover, that's my medicine,
don't mean to brag or sound too intelligent,
a little Jack can't hurt this veteran.
I show up, but I never throw up,
so let the drinks go up, pour up.
[Flo Rida - End of Rap Verse]

Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich hab gesoffen, mein Hirn schmerzt sehr.
Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich glaub mein Glas ist leer,
gib mir noch mehr.

I got a hangover, wo-oh!
I've been drinking too much for sure.
I got a hangover, wo-oh!
I got an empty cup,
pour me some more

Und ich mach weiter bis ich schwebe, eh,
ich sauf bis ich mich übergebe, eh,
ich bleib so drauf so lang ich lebe, eh,
ich mach genauso weiter, mach, mach so weiter, na komm!

So I can go until I blow up, eh,
and I can drink until I throw up, eh,
and I don't ever ever want to grow up, eh,
I want to keep it going, keep keep it going, come on!

Weiter, weiter, weiter, weiter, weiter, na komm!
Weiter, weiter, weiter, weiter, weiter, na komm!

Going, going, going, going, going, come on!
Going, going, going, going, going, come on!

Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich hab gesoffen, mein Hirn schmerzt sehr.
Ich hab heut Schädelweh, wo-oh!
Ich glaub mein Glas ist leer,
gib mir noch mehr.

I got a hangover, wo-oh!
I've been drinking too much for sure.
I got a hangover, wo-oh!
I got an empty cup,
pour me some more

Und ich mach weiter bis ich schwebe, eh,
ich sauf bis ich mich übergebe, eh,
ich bleib so drauf so lang ich lebe, eh,
ich mach genauso weiter, mach, mach so weiter, na komm!
So I can go until I blow up, eh
and I can drink until I throw up, eh,
and I don't ever ever want to grow up, eh,
I want to keep it going, keep keep it going, come on!
iLimericks (August 2013)
Thanks to Richard Webb and Sheila Regan for providing the first lines (+ the last iLimerick)
There was a young baby in Amberg
who'd never play hoops like no damn Dirk.
He'd score a few points
and he'd hurt a few joints
in his so called career out of Amberg.

Er war Gymnasiast einst in Ansbach.
Früh morgens war er selten ganz wach.
Doch selten nur mal
pennte er im Pennal,
denn dann schimpften die Lehrer aus Ansbach.

There was a young man who made salad.
A thing that he thought he was good at.
His vinaigrette though
made his guests all say: „NO!”
So the young man ate all of the salad.

There was a young poet called Axel.
For breakfast he did boil the eggs well.
He also made toast,
but what people liked most
were the Limericks written by Axel.

There once was a man who drank Radler
while typing on his Triumph-Adler.
That type writer broke
when the man wrote a joke
about drinking a cold sparkling Radler.

Wir feierten mal in der S-Bar
und wenn vor der Feier auch Stress war,
die Feier war toll
und der Gastgeber voll-
er Elan nach zwei Sekt in der S-Bar.

There once was a German in England
who never had fancied the swing trend.
The reason was, swing
was in no way his thing.
And he didn't start swingin' in England.

There was an old man of age forty,
although he was old, he was sporty.
He climbed, cycled, swam,
never giving a damn
that a man's really old once he's forty.

There was an old man from Erlangen,
mit Bier wusst er nix anzufangen.
So we gave him some Radler
to stock up his larder.
That lucky old man from Erlangen.
Die Erfindung des Neo-Plastizismus (September 2013)
Einst schlenderte Piet Mondrian,
erfand dabei den Schlendrian.
Und neben ihm im Frack
da schlenderte Georges Braque.

Georges Braque, der malte ein Quadrat,
doch unser Piet fand's eher fad:
„Ey Alter, is' scho' krass,
es fehlt nur irgendwas.

Mal' einfach ein paar Linien dran
und's Viereck primär farbig an.
So rot und gelb und blau,
den Rest in Schwarz, Weiß, Grau.”

GdM_Logo_Mondrian

Georges Braque sprach: „Das ist abgefuckt,
ich find das echt konkret abstrakt.
Mann Piet, ich dacht', du bist
wie ich nur ein Kubist.”

Picasso kam vorbeispaziert
und glotzte gleich recht ungeniert.
„Hey Jungs, was macht Ihr denn?
Ist das was, was ich kenn?”

Georges Braques rief: „Dem Herrn Mondrian
ging's anfangs um den Schlendrian,
doch Pablo schau, jetzt ist
er Neo-Plastizist!”
Cowley Roads (Oktober 2013)
... and a little bit of Headington
Today I went down Rymers Lane
and thought at first it was in vain.
But then I saw a sign that showed
the name had changed to Cricket Road.

Ideas of poetry and prose
came to my mind on Catwell Close.
„Well, cats, are they of canine race?”,
I wondered still on Kirby Place.

„Will empty wordplay make my day?”,
I asked myself on Hollow Way.
It really did, as it occurs,
I laughed out loud on Inott Furze.

Around the corner something new:
a glimpse of Oxford from Fair View.
But smell and sight began to fade
when I came walking down The Slade.

I had no goal for which to strive
while ambling West on Roosevelt Drive.
No Teddy there, whom I could meet,
so on I went to Tawney Street.

Of Cowley Roads I'd seen a few,
the last one was East Avenue
before I ended up again
in slightly misspelled R(h)ymers Lane.

Thanks to Richard Webb for his editorial support
Limericks from Bath and Bristol (November 2013)
Scelus in Aquae Sulis
There once was a Roman in Bath
who went to the bath without wrath.
But there he was tricked
and his vesture got nicked.
And so wrath filled the Roman in Bath.

Back then he could not go to Bristol
to purchase a huge water pistol.
Instead in his grief
he just cursed the robe's thief.
But he dreamed of a „pump gun” from Bristol.
Circus from the Ashes (Dezember 2013)
M onty Python,
O h my god.
N ot all dead? Just one? That‘s odd.
T hey'll be back on stage next year.
Y orkshire Men will reappear.

P arrots (dead) and Dennis Moore,
Y ou’re no fun no more – I‘m sure,
T ape recorders up one’s nose,
H oly grail (if nothing goes).
O r is something they present
N ow completely different?
© Axel Horndasch