gedicht des monats
HPSN (November 2017)
Husten, Prusten, Schniefen, Niesen
können dir den Tag vermiesen
und dazu so manche Nacht,
bist du deshalb aufgewacht.

Taschentücher noch und nöcher
legt man über Nasenlöcher,
atmet ein und kräftig aus
(ei der Daus, kommt Eiter raus)!

Husten, Prusten, Schniefen, Niesen

Eigentlich hätt' ich jetzt lieber
(statt dem echten) Lampenfieber,
fast vibriert mein Lattenrost
vom spontanen Schüttelfrost.

Du kannst näseln oder nölen
mit gefüllten Nebenhöhlen.
Dann passiert es auch gehäuft,
dass die Nase Amok läuft.

Jemand rät mir: „Inhalieren,
keine andren infizieren.
Trinke Tee im Doppelpack,
Husten- und Bronchialgeschmack.”

„Und verschlepp es nicht, mein Junge,
sonst legt es sich auf die Lunge.
Nimm ein Antibiotikum
oder starkes Globulum.”
Der Okto-Bär (Oktober 2017)
Der Okto-Bär
mag Ecken sehr,
er selbst hat deren acht,
und hätte er
noch eine mehr,
hätt' ihm das nichts gemacht.

Der Okto-Bär
Bilder: Diverse Künstler

Denn damit wär
der Okto-Bär
ein ähnlich toller Mann
nur käme er
erst hinterher,
'nen Monat später dann.
Kaffee, Kuchen, Chips und Bier (September 2017)
Kaffee, Kuchen, Chips und Bier,
von nichts andrem leben wir.
Blattsalat ist viel zu fad,
ganz genau wie Rahmspinat.
Ich brauch zu den Kalorien
Alkohol und Koffein.
Du suchst Top-Ernährungstipps?
Kuchen, Kaffee, Bier und Chips,

Kaffee, Kuchen, Chips und Bier

Bier, Chips, Kuchen und Kaffee,
ist das Zeug, auf das ich steh.
Und zur Not trink ich mal Wein,
es darf auch Champagner sein.
Du bist Vegetarier und
magst es gerne ungesund?
Dann, statt Schweinenackensteak,
nimm Chips, Bier, Kaffee und Cake!
Wolken ziehen vorüber (August 2017)
Die Wolken am Himmel sind dunkel und grau,
Weißblau ist da nirgends, wohin ich auch schau.
Der Wind weht, es regnet, es donnert und blitzt
und nirgends ein Dach, das vor Unwetter schützt.

Ich scheine verloren, weiß nicht wo ich bin,
kein Wegweiser zeigt mir woher und wohin.
Ich taumele, falle und steh wieder auf,
die Richtung bleibt unklar im weitren Verlauf.

Wolken ziehen vorueber

Dann doch eine Hütte, zumindest bedacht,
kein Licht aber trocken, ich bleib über Nacht.
Geräusche, Gedanken, verlassen, verwirrt,
nun bin ich mir sicher, ich hab mich verirrt.

Ich schlafe nur wenig, mein Herz schlägt sehr schnell,
die Träume sind dunkel und es wird nicht hell.
Ich schließe die Augen und atme tief ein,
ich fühle mich (aber ich bin nicht) allein.

Es weckt mich ein Lichtstrahl, er kommt von weit her,
noch ist es nur einer und er tut sich schwer.
Und doch ist er kräftig, bald werden es mehr,
sie werden zur Sonne und helfen mir sehr.

Die Wolken, zerklüftet, sind weiß, nicht mehr grau,
sie ziehen vorüber, der Himmel wird blau.
Das Licht macht mich fröhlich, gibt mir neuen Mut
die Richtung zu finden, wird alles noch gut?

Ich mache mich auf und dann such ich mein Glück,
so lasse ich nicht nur die Hütte zurück.
Schon bald hab ich neue Gefilde erreicht,
ich kann wieder denken und fühle mich leicht.

Nicht alles ist anders und doch ziemlich viel.
Wohin ich nun gehe? Der Weg ist das Ziel.
Und wie dieser Weg mir in Zukunft gefällt?
Ich weiß schon: Ein Lächeln verändert die Welt!
Carmina Buliga (Juli 2017)
Versio liga foederalis
(prima, secunda et cetera)

O Fortuna
von Carl Orff


O Fortuna,
Allemania,
Erster FC Heidenheim. 

O Fortuna
velut luna
statu variabilis,

Rot-Weiß Erfurt,
FC Augsburg,
KSV Hessen Kassel,

semper crescis
aut decrescis;
vita detestabilis

Carmina Buliga
Blau-Weiß 90,
RB Leipzig,
SG Dynamo Dresden,

nunc obdurat
et tunc curat
ludo mentis aciem,

Rot-Weiß Ahlen,
Werder Bremen,
DSC Wanne-Eickel.

egestatem,
potestatem
dissolvit ut glaciem.

Eintracht Braunschweig, 
Waldhof Mannheim,
Hannover 96,

Sors immanis
et inanis,
rota tu volubilis,

FC Bocholt,
Hansa Rostock,
Olympia Wilhelmshaven,

status malus,
vana salus
semper dissolubilis,

Preußen Münster,
Bayern München,
und Erzgebirge Aue,

obumbrata
et velata
michi quoque niteris;

Kaiserslautern,
FC Mühlheim,
Erster FC Saarbrücken.

nunc per ludum
dorsum nudum
fero tui sceleris.

FC Nürnberg,
SC Freiburg,
FC St. Pauli Hamburg,

Sors salutis
et virtutis
michi nunc contraria,

Eintracht Frankfurt,
FC Homburg,
Borussia Mönchengladbach,  

est affectus
et defectus
semper in angaria.

Rot-Weiß Essen,
Schwarz-Weiß Essen,
Tasmania 1900,

Hac in hora
sine mora
corde pulsum tangite;

FC Schalke,
Eintracht Trier,
SV Wacker Burghausen!
quod per sortem
sternit fortem,
mecum omnes plangite!
Oskar is not feeling fantastic (Juni 2017)
My master is an athlete,
he ran five hundred miles,
then posted it on Facebook
and saved it in his files.

Okay, not quite five hundred
it rather was just five.
His app says, he feels awesome –
yeah well, he‘s still alive.

Hochspannung Vorsicht! Lebensgefahr

And sometimes he will cycle
with every movement tracked.
This data is recorded
and safe (until he’s hacked).

He also is a swimmer
and once he‘s done his lanes,
he’s logging every meter
(the memory remains).

I feel a bit neglected,
there is no app for me.
Who chronicles my dog life
(for instance when I pee)?

Thanks to Richard Webb for his editorial support
Das Leben (Mai 2017)
Das Leben ist kurz,
das Leben ist hart,
das Leben ist geil,
du bist nur einmal am Start.

Das Leben entsteht,
das Leben vergeht,
das Leben ist möglich,
weil die Erde sich dreht.

Hochspannung Vorsicht! Lebensgefahr

Wir leben zusammen
und wir leben allein,
und mancher lebt einfach
in den Tag nur hinein.

Und keiner kann sagen,
wie, weshalb und warum.
Sind wir nun die Helden
oder nur Publikum?


Das Leben ist groß,
das Leben ist weit,
das Leben zerlegt dich,
sei zu allem bereit.

Das Leben ist hoch,
das Leben ist tief,
das Leben ist Fakt
(mal echt, mal alternativ).

Wir leben in Armut,
auch in Saus und in Braus,
So mancher hat gar nichts,
and're Auto, Boot, Haus.

Und keiner kann sagen,
wie, warum und wofür.
Ist alles nur Pflicht hier
oder manches auch Kür?


Das Leben ist hier,
das Leben ist dort.
Und „lebensgefähr-
lich” ist ein seltsames Wort.

Das Leben ist jetzt
und nicht irgendwann,
es fängt nicht mit sechs-
undsechzig Jahren erst an.

Wir leben vernünftig
und wir leben verrückt,
wir gehen meist aufrecht
(nur am Ende gebückt).

Und keiner kann sagen
wie, warum und wozu.
Ich hätte gern unrecht,
vielleicht weißt es ja du?

Das Adjektiv (April 2017)
Es war einmal ein Adjektiv,
das fand sich selbst nicht attraktiv.
Die andern schienen alle toll,
gebildet oder liebevoll.

Und deshalb schob das Wiewort Frust:
„Warum bin ich nicht selbstbewusst,
nicht sportlich oder gar galant?
Nie werde ich spontan genannt.”

„Ach, wenn ich zuverlässig wär,
temperamentvoll, familiär.
Was fehlt mir sonst noch im Programm?
Humorvoll, lebhaft, einfühlsam.”

„Romantisch, unkonventionell,
bin ich so gar nicht aktuell.
Weltoffen oder reiselust-
ig bin ich nicht mal im August.”

„Auch hätt' ich gern die Eigenschaft-
en junggeblieben, leidenschaft-
lich, lebenslustig. Aber, nein ...

... ich muss wohl weiter knuffig sein.”
Was Du wohl träumst (März 2017)
Schon wieder ein Wiegenlied (PDF mit Text und Noten)
Refrain Anfang
Was Du wohl träumst, mein Schatz, heut Nacht,
wer Dich im Schlafe lächeln macht,
und wenn Du seufzt von Zeit zu Zeit,
fühlst Du da Glück, Geborgenheit?

Wenn Du Dich drehst, die Beine streckst,
den kurzen Arm nach meinem reckst
bis Du mich (meistens) sanft berührst,
ob Du dann meine Liebe spürst?
Refrain Ende

Was Du wohl träumst?

Du liegst auf meinem Oberarm,
Dein Bäckchen und die Stirn sind warm,
ich les' Dir vor, schlaf' selbst fast ein,
Du schaust mit mir ins Buch hinein.

Dann noch ein Lied: „Wie wär's mit dem?”
Du machst es Dir nun sehr bequem,
die Augen fallen langsam zu
und vor dem Bettchen steh'n zwei Schuh'.

Refrain

Du drehst Dich hin und wieder her,
die Decke deckt schon lang nicht mehr.
Du hältst ein Stofftier in der Hand,
da macht es ’Bumm‘, das war die Wand.

Und wenn Du dann ein Wort verlierst
weiß man fast nie, wen Du zitierst.
Du bist ein kleines Murmeltier,
nur nicht im Jetzt und nicht im Hier.

Refrain

Wer Dich des Nachts schon einmal traf,
der weiß, Du wandelst gern im Schlaf.
Du kennst den Weg, nur manchmal hört
man, dass der Wäscheständer stört.

Du suchst Dir Platz in unserm Bett
und nähmst die Decke gern komplett,
doch wenn wir uns dann einig sind
bedeckt sie Stofftier, Eltern, Kind.

Refrain
Die Gegenwart (Februar 2017)
Deutsche Übersetzung

Present Tense (von Radiohead)

Die Art,
die Art
hier so zu tanzen,
so zu tanzen
ganz ungepaart,
ungepaart,
ist Notwehr gegen,
ist Notwehr gegen
die Gegenwart.

This dance
This dance
It's like a weapon
Like a weapon
Of self defense
Self defense
Against the present
Against the present
The present tense

Die Gegenwart
Ich werd nicht bleiern,
werd nicht bleiern,
bleibe leicht und
in Bewegung.
Ich tu keinem
was an.
Wenn die Welt
um mich zerbricht,
werd ich tanzen,
flippe aus,
taub, stumm und blind.

I won't get heavy
Don't get heavy
Keep it light and
Keep it moving
I am doing
No harm
As my world
Comes crashing down
I'll be dancing
Freaking out
Deaf, dumb, and blind

Verlorn in dir,
verlorn in dir.

In you I'm lost
In you I'm lost

Ich dreh mich nicht um,
wenn der Groschen fällt,
und ich hör nicht auf,
und ich lass nicht nach,
weil sonst die Lie-
be sinnlos war.

I won't turn around
when the penny drops
I won't stop now
I won't slack off
Or all this love
Will be in vain

Fall nicht weiter
in ein Loch.
Es geht nur mich an, dass wohl
die ganze Lie-
be sinnlos war.

Stop from falling
Down a mine
It's no one's business but mine
That all this love
Could be in vain

Verlorn in dir,
verlorn in dir.

In you I'm lost
In you I'm lost

Verlorn in dir,
verlorn in dir.
In you I'm lost
In you I'm lost
Zu Ende bringen (Januar 2017)
Wenn manches dir im Magen liegt, seit Jahren schon,
dann pack es an und mach dich endlich frei davon.
Bring es zu Ende, kostet es auch sehr viel Kraft.
Und eines Tages wirst du sehn, du hast's geschafft.
© Axel Horndasch